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Vergiftung von Greifvögeln

Heute habe ich folgende Pressemitteilung der Polizeiinspektion Cloppenburg / Vechta vom 18.04.2018 gelesen:

Cloppenburg/Vechta (ots) – Cappeln – Vergiftung von Greifvögeln

Am 14. April 2018, um 16.30 Uhr, wurde die hiesige Dienststelle von einem aufmerksamen Bürger darüber informiert, dass sich in einem kleinen Waldstück an der Straße Zum Darrenkamp in 49692 Cappeln mehrere Greifvögel, welche durch Auslegen von Giftködern (in Form von präparierten Vögeln und Eiern) getötet wurden, befinden. Vor Ort konnten neun tote Greifvögel und diverse Köder aufgefunden werden. Diese wurden eingesammelt und einem Untersuchungsinstitut zugeführt. Ein genauen Tatzeitraum kann derzeit nicht genannt werden. Das Untersuchungsergebnis der Vögel liegt derzeit noch nicht vor. Ermittlungen bezüglich eines Tatverdächtigen laufen ebenfalls.

Ich frage mich was in solchen Menschen vorgeht und was für ein Nutzen aus so einer Tat entsteht? Man muss kein Freund von Umweltschutzorganisationen sein, man muss auch kein Freund und Unterstützer von Umweltaktivisten sein, man muss auch nicht einmal ein “Grüner” sein. Eigentlich sollte gesunder Menschenverstand für 5 ct ausreichen um zu erkennen, dass der Schaden viel höher ist als jeder daraus entstehender Nutzen, mal abgesehen davon dass es sich beim vergiften von Tieren um eine Straftat handelt.

‚Hannoverschen Erklärung‘

„Die Verfolgung ohne staatliche Ausnahmegenehmigung zum Beispiel mit Gift, Fallen und Waffen ist nach dem Jagdrecht und dem Naturschutzrecht eine Straftat, die mit empfindlichen Strafen bis hin zum Freiheitsentzug von fünf Jahren geahndet werden kann.“

Ich kann nur appellieren, dass wenn ihr so etwas mitbekommt es bitte unverzüglich zur Gefahrenabwehr der zuständigen Polizei meldet. Ihr könnt so etwas zum Beispiel an bläulich gefärbten toten Ködertieren erkennen, im besonderen wenn weitere verendete Tiere in der Nähe herumliegen. Fasst aber bitte um Himmelswillen weder den Köder noch das Opfer an!!! Es handelt sich in diesem Fall um ein hochwirksames Kontaktgift welches auch über die Haut in den Körper gelangen kann.

Hier der zugehörige NABU-Artikel mit dem Titel “NABU: Neun vergiftete Greifvögel entdeckt“.

Die wahre Seite der Natur

Als Naturfotograf ist man stets bemüht die Schönheit der Natur zu einzufangen. Aber was ist schön? Das bestimmt die menschliche Ästhetik ( (von altgriechisch αἴσθησις aísthēsis „Wahrnehmung“, „Empfindung“) war bis zum 19. Jahrhundert vor allem die Lehre von der wahrnehmbaren Schönheit, von Gesetzmäßigkeiten und Harmonie in der Natur und Kunst.) und die ist auch noch von Mensch zu Mensch, von Kultur zu Kultur unterschiedlich.

Aber kennt die Natur überhaupt Ästhetik? Ich denke die Natur selber kennt diesen Begriff nicht und er ist  ihr auch ziemlich egal. Die Natur kennt nur den täglichen Kampf zum Überleben in all seinen Facetten und nur wir Menschen picken uns das “Schöne” heraus weil wir mit dem “Unschönen” nichts zu tun haben wollen.

Ich kann mich erinnern wie früher in Tierfilmen im Fernsehen gezeigt wurde, wie ein Raubtier seine Beute erlegt. In heutigen Sendungen sieht man das kaum noch. Warum? Möchte das keiner mehr sehen oder weshalb wird das dem Konsumenten vorenthalten? Will man ihn vor “unschönem” bewahren?

Die Pflicht eines Naturfotografen sollte auch immer darin bestehen, die Wirklichkeit abzubilden und nicht nur ein bonbonfarbenfrohes heile heile Paradies. Ein Naturfotograf sollte mit seinen Bildern auch die ganze Geschichte erzählen.

Bilder sind ein mächtiges Werkzeug mit dem man alleine durch die Manipulation von Farben,  Ausschnitt, Schärfentiefe, Belichtungszeit unterschiedliche Geschichten erzählen kann.

Ich habe mir selber zum Ziel gesetzt alle Facetten der Naturfotografie zu erzählen, dazu gehören auch Bilder in die manch einer als unästhetisch bezeichnen würde wie z.B. die nachfolgende Bilder eines Ceylon-Hutaffen dem in einem Kampf ein Teil seiner Oberlippe abgebissen wurde. Vermutlich hat er sich bei diesem Kampf auch den vierten Finger der linken Hand gebrochen. Auch dies ist ein Teil, aus menschlicher Sicht vermutlich ein grausamer Teil, der Natur und des Kampfes zum Überleben den es aber nicht zu verschweigen gilt.