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Bergfeuer in Ehrwald (Tirol/Österreich) 2017

In der Tiroler Zugspitz Arena ist auch dieses Jahr wieder dem uralten Brauch der Bergfeuer nachgegangen worden. Im Gegensatz zu anderen Bergfeuern (Johannifeuer) wo nur ein Holzstapel abgebrannt wird, sind die Tiroler Bergfeuer (seit dem 14. Jahrhunder) um Ehrwald seit 1796 etwas besonders. Diese Besonderheit hat dem Brauch auch im Jahre 2010 den Titel immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO eingebracht.In den Bergen des Wetterstein – Massivs, Lechtaler Alpen und Mieminger Kette werden bis zu 10.000 einzelne Säcke gefüllt mit Holzspänen und Rapsöl entzündet, nachdem sie in den Tagen zuvor auf bis zu 2000m Höhe geschleppt wurden. Hier werden sie zum Teil zu Symbolen aus Mythologie und Glauben angeordnet und ca. jeden 3. Samtag im Juni (Wetterabhängig) entzündet. Aber nicht jedes Feuer entstammt der Mythologie oder dem Glauben, allemal vielleicht dem Kinderglauben, denn dieses Jahr war z.B. der Beauty-Schlumpf mit dabei.Ursprünglich galten die Feuer um die Sommersonnenwende herum (21./22. Juni) schon in der Zeit vor Jesus Geburt den Naturkräften und der Sonne. Ihnen zu Ehre sollten sie  Unheil abwenden sowie Segen und Fruchtbarkeit für Mensch, Pflanzen und Tier zu erbeten.

Im Jahre 1796  wurde das frühere Sonnwend- bzw. Johannisfeuer umgedeutet in Erinnerung an das “Herz-Jesu-Gelöbnis” in das Herz-Jesu-Feuer welches heute noch in allen Teilen des Landes (Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol bzw. Tirolo trentino) gepflegt wird und mit der Herz-Jesu-Verehrung zusammenhängt.

Der Historische Hintergrund laut Wikipedia:

Im Frühjahr 1796 traf der Krieg das Land Tirol vollkommen überraschend und dementsprechend unvorbereitet. Das Land blieb während der Jahre, als der Kaiser gegen die Franzosen in Belgien und Norditalien kämpfte, vollkommen unberührt. Die Tiroler verfügten nämlich über das Privileg, das Kaiser Maximilian I. im 16. Jahrhundert im „Landlibell“ festsetzte, weder an Kriegen außerhalb des Landes teilnehmen zu müssen, noch diese Kriege finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug mussten die Tiroler dafür aber die Verteidigung ihres Landes selbst übernehmen. Diese Tatsache war der Regierung in Wien allerdings immer ein Dorn im Auge, weshalb Kaiser Joseph II. sowohl die jährlichen Übungen der Bevölkerung als auch die Volksbewaffnung vernachlässigte.

Das Land Tirol wurde im April 1796 in Kriegsbereitschaft versetzt. Dies bedeutete, dass alle waffentauglichen Männer militärisch geschult wurden. Schon nach drei Wochen wurde ein 7.000 Mann starkes Heer in die südlichen Grenzen geschickt. Vom 30. Mai bis 1. Juli desselben Jahres trat der kleinere, 24 Mitglieder umfassende, Ausschuss der Tiroler Landstände in Bozen zusammen, um über die Situation zu beraten. Es war die Idee des Pfarrers von Wildermieming, Anton Paufler, die der Stamser Abt Sebastian Stöckl aufgriff und dem Tiroler Landtag vorschlug, das Land dem “Heiligsten Herzen Jesu” anzuvertrauen und so göttlichen Beistand zu erhalten. Dieser Vorschlag wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig angenommen. Man achtete besonders darauf, dass dieser feierliche Schwur das ganze Land betraf, um damit ein einigendes Band zu schaffen. Dies hatte zur Folge, dass der Landsturm einen bis dahin noch nie erlebten Zulauf an Freiwilligen erlebte. Als daraufhin Tiroler Truppen die Franzosen überraschend besiegten, wurde der Herz-Jesu-Sonntag zum hohen Feiertag.

– Quelle Wikipedia –

Links zum Bergfeuer:

Bergfeuer Ehrwald

Bergfeuer Zugspitz Arena

Tirol